... Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum

Die Outdoorklasse

Die Outdoorklasse hat ein besonderes Klassenzimmer: die Jugendfarm Schwarzach. Sie ist Lernort für Schüler*innen, die mit der üblichen Schulumgebung nicht gut zurechtkommen.

Die Outdoorklasse hat kein Klassenzimmer im eigentlichen Sinne. Stattdessen findet der Unterricht auf dem Gelände der Jugendfarm Schwarzach statt. Hier befinden sich drei Bauwagen und Ställe mit Eseln, Ziegen, Schweinen, Ponys, Hasen und Meerschweinchen. Unser Team ist multiprofessionell und besteht aus Sonderschulpädagogen, Fachlehrern, Heilpädagogen, Heilerziehungspflegern und bei Bedarf Schulbegleitungen.

Unsere Schülerinnen und Schüler

Viele Schülerinnen und Schüler der Outdoorklasse gelten laut Schulakten als nicht beschulbar. Sie zeigen oft Verhaltensauffälligkeiten und weisen Bindungsstörungen auf, viele sind bedingt durch ihre Biografie traumatisiert. Dies zeigt sich beispielsweise durch intensive Gefühlsausbrüche, selbst- oder fremdaggressive Verhaltensweisen und hohes Konfliktpotential. Durch private Ereignisse oder ihre emotionale Verfassung kommt es vor, dass sie die Teilnahme am Unterricht verweigern. Aufgrund dessen ist eine individuell nach den Bedürfnissen ausgerichtete Beschulung möglich, wozu auch eine stundenweise Beschulung gehören kann.

Unser Ziel

Bedingt durch ihre Vorerfahrungen ist es für die Schülerinnen und Schüler besonders wichtig, sichere Bindungen und Vertrauen zu ihren Lehrkräften aufzubauen. Durch einen feinfühligen Umgang soll das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler gestärkt sowie ihr Selbstwertgefühl gesteigert und ihre Verhaltensauffälligkeiten abgebaut werden. Im Unterricht geschieht dies über das Konzept der Körperlichen Aktivierung. Zumeist projektorientiertes Arbeiten im oft handwerklichen Bereich wird in ritualisierte Vorgehensweisen eingebettet. Hierbei ist zu beachten, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse während der Arbeit in den Projekten berücksichtigt werden müssen. Unterschiede gibt es etwa bei Ausdauer, Aufmerksamkeit oder benötigtem Freiraum.

Was machen wir?

In der Outdoorklasse werden jeden Morgen nach einer Morgenbesprechung zunächst die Tiere versorgt. Hierzu gehört neben der Versorgung mit Futter und frischem Wasser auch das Reinigen der Ställe. Durch den täglichen direkten Kontakt mit den Tieren bauen die Schülerinnen und Schüler eine Beziehung zu diesen auf. Somit bietet das tiergestützte Arbeiten viele Möglichkeiten, die sich positiv auswirken können. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln durch den Kontakt zu den Tieren Empathie, Selbstkongruenz und (Selbst-) Vertrauen. Diese Eigenschaften können erweitert und gefestigt werden. Ebenfalls wirken die Tiere beruhigend. Es spielt jedoch nicht nur der direkte Kontakt zu den Tieren eine Rolle – es ist ebenfalls notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler den richtigen Umgang mit ihnen lernen und ihren Bedürfnissen nachkommen.

Das Prinzip der Körperlichen Aktivierung ist Grundbestandteil der Arbeit in der Outdoorklasse. Bewegung in Form von Sport, Schwimmen, Wanderungen und Hippotherapie haben ihren festen Platz im Stundenplan. In handwerklichen Projekten werden Kulturtechniken und Fachwissen entsprechend den individuellen Bedürfnissen jedes einzelnen Schülers vermittelt. Manche SuS werden sowohl in der Outdoorklasse als auch in einer Klasse im Stammhaus beschult, um eine bestmögliche allumfasssende Förderung gewährleisten zu können.

Besuche in der Outdoorklasse

Wenn Sie Lehrer oder Lehrerin einer Klasse, mit oder ohne Förderbedarf, sind und ihren Schülerinnen und Schülern einen Erlebnistag mit der Outdoorklasse auf der Jugendfarm anbieten wollen, können Sie sich unter abenteuerfarm@gmail.com oder unter 0157 58400857 (15-18 Uhr) melden und genauere Informationen über die Möglichkeiten und den Ablauf eines solchen Tages erhalten.